WOW! Baobab Riegel auf der Biofach 2016

 

Frédéric Letellier, Biofach

Frédéric Letellier, Biofach

Ich stehe am Stand der Baobab Fruit Company auf der Biofach, der weltgrößten Messe für organische Lebensmittel in Nürnberg. Der Stand ist schön bunt und kommt sympathisch rüber. Vermarktet wird natürlich: Baobab. Neugierig begutachte ich das Sortiment.

Nudeln mit Baobab, Biofach

Nudeln mit Baobab, Biofach

Eis gibt es mit Baobab, Baobab-Treibmittel für Pizzateig und sogar Nudeln! Dann sehe ich WOW!BAB – was ist das? Bevor meine Phantasie trügerische Bilder produzieren kann, wird sie von der Realität eingeholt: ein Baobab Riegel! Der Erfinder, Frédéric Letellier, erzählt mir von seinem Produkt.

Jahrelang hat er in der Lebensmittelbranche gearbeitet und verschiedene Fruchtsaft-konzentrate verkauft. Dabei war er auch verantwortlich für den Einkauf von exotischen Früchten und stieß zufällig auf die Superfrucht.

Getreideriegel, Biofach 2016

Getreideriegel, Biofach 2016

Ein paar Pioniere bemühten sich damals schon darum, den Baobab international „salonfähig“ zu machen. Baobab war aber auf dem internationalen Markt noch weitgehend unbekannt und niemand interessierte sich dafür. Erst durch die Zulassung innerhalb der EU unter der Novel-Food-Verordnung änderten sich die Zeiten für Baobab. Seit 2008 darf das Fruchtpulver nach Europa importiert und vermarktet werden.

Letelliers Interesse war geweckt, er kündigte seinen damaligen Job und gründete seine eigene Firma. Nicht nur der gewinnbringende Verkauf seines Produkts motiviert ihn. Die Verbesserung der Lebenssituation der Sammler in den Herkunftsländern ist ihm wichtig. Das Baobab Fruchtpulver in seinen Baobab Riegeln kommt aus dem ländlichen Senegal. Die Menschen haben dort nicht viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Ernte und Verkauf von Baobab Früchten bieten die Chance auf zusätzliches Einkommen.

Investitionen für Saatgut, Dünger oder Pestizide sind bei Baobab Früchten nicht nötig. Aufwändige Erntemechanismen auch nicht. Baobabs sind weit verbreitet, die Früchte gedeihen am Baum und fallen ab, wenn sie reif sind. Die Bäume wachsen nicht wie Ananas oder Orangen auf Plantagen, der Anbau entfällt. Die Früchte werden als Wildsammlungen zwischen Januar und März in der Nähe von Tambacunda im Osten unweit der Grenze zu Mali eingesammelt.

Baobab at Biofach

Baobab at Biofach

Das einzig Mühsame bei der Ernte und Vermarktung der Früchte waren früher die weiten Wege von den Sammelorten bis zu den Märkten an Marktflecken oder in Städten. Heute wird der Transport der Früchte von der Baobab Fruit Company organisiert. Von ihr bezieht Letellier sein Fruchtpulver. Als eine der ersten hat die Firma in Westafrika für den Transport und die Verarbeitung eine tragfähige Logistik aufgebaut. Die Früchte werden an Sammelpunkten bei den Kleinbauern abgeholt und zur Verarbeitung in Fabriken gebracht.

Für die Sammler wäre es in den ländlichen Gebieten kaum möglich, das Baobab-Pulver bei der Hitze und den wenigen technischen Möglichkeiten ohne Verunreinigungen aus den Fruchtschalen zu lösen. In den Fabriken können hohe Hygienestandards eingehalten werden.

Beim Einsammeln der Früchte muss darauf geachtet werden, dass nur Früchte mit intakter Schale aufgelesen werden. Die harten Schalen werden erst in den Verarbeitungsfabriken geknackt. Dann wird das Fruchtpulver entnommen. Letellier berichtet begeistert „ich war da und hab mir das angeschaut. Man könnte fast auf dem Boden essen. Das ist einfach unglaublich, im Senegal so eine Qualität an Lebensmittelverarbeitung hinzukriegen.“

Was aber ist aus seiner Sicht – neben den gesunden Inhaltsstoffen der Früchte und den sozialen und ökonomischen Aspekten für die Sammler – so besonders am Baobab? Dazu meint er: „ich kenne keine andere exotische Frucht, wo man den Anbau oder die Produktion nicht verlagern kann. Wir müssen weit in die Savanne gehen und das kommt denen zugute wo der Baobab herkommt. In der Regel herrschen dort wirklich dramatische Lebensumstände. Wir reden von Ecken in Afrika, die wirklich extrem arm sind.“

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