Handel mit Baobab hilft

Dr. Heinrich Heinrichs, Meinolf Kuper (v.l.), mit Baobabfrüchten

Dr. Heinrich Heinrichs, Meinolf Kuper (v.l.), mit Baobabfrüchten

Meinolf Kuper ist Ökonom und einer der beiden Geschäftsführer bei der Firma africrops! Im Gespräch erzählt er von seiner Geschichte mit Baobab – dessen Fruchtpulver er nach Deutschland importiert.

Der Geschäftsmann blickt auf lange Arbeitserfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ), die auch als Entwicklungshilfe bekannt ist. Er hat viele Jahre im Ausland verbracht, unter anderem in Burkina Faso, im Kongo, in Kamerun und in Tansania. Dort war er beispielsweise im Gesundheitssektor für eine große deutsche Organisation tätig.

Baobab Früchte als Deko

Anfang der 90er Jahre hatte er seinen ersten intensiven Kontakt mit Baobab. Er baute neben seinem entwicklungspolitischen Engagement eine Firma zum Import von Kunsthandwerk aus Afrika auf. Eines seiner Produkte waren ganze Baobab Früchte, die er als Dekoration in Deutschland auf den Markt brachte. Damals war Baobab Pulver noch nicht als Nahrungsmittel für den Import in die Europäische Union zugelassen. Dies änderte sich erst 2009.

Die Idee: Handel mit landwirtschaftlichen Produkten

Seinen Handel mit afrikanischem Kunsthandwerk stellte er auf Recyclingprodukte um – sein Interesse für Baobab blieb. Während seiner Auslandsaufenthalte in Tansania und verschiedener Reisen kam er immer wieder in Kontakt mit den Bäumen. 2012 kehrte er nach neun Jahren Arbeiten in Tansania wieder nach Deutschland zurück. Im Gepäck die Idee, nachhaltige Geschäftsbeziehungen auch mit landwirtschaftlichen Produkten mit Afrika aufzubauen.

Hilfe zur Selbsthilfe – reicht das?

Zusammen mit seinem Geschäftspartner, Dr. Heinrich Heinrichs, gründete er die Firma africrops! Die positiven Aspekte der EZ integriert das Team in seine Arbeit. Allerdings reicht aus ihrer Sicht die übliche Herangehensweise in EZ-Projekten und das bloße „Hilfe zur Selbsthilfe“ nicht aus – nach den Projektzyklen in der EZ sollte Nachhaltigkeit sichergestellt werden. Die beiden bauen daher auf nachhaltige Handelsbeziehungen nach dem Prinzip „trade – not aid“. „Der Wirtschaftlichkeitsaspekt ist uns sehr wichtig. Der Handel … muss sich auch tragen… nur so kann es nachhaltig sein.“ Die Geschäftsbeziehungen von africrops! sind langfristig angelegt.

Baobab, Tarangire N.P.

Baobab, Tarangire N.P.

Baobabs – selbst im Urlaub

Das erste Produkt für den Markt war Moringa (Moringa oleifera), eine Pflanze mit gesundheitsfördernden Eigenschaften. Erst 2014 kam das Baobab Pulver dazu. Das Thema „Baobab“ begleitet ihn mitunter auch im Urlaub. Von einer seiner letzten Reisen in Tansania berichtet er, dass Baobabs, die er im Tarangire Nationalpark während einer Safari gesehen und fotografiert hat, gar nicht gut aussahen. Sie wiesen starke Spuren von Schäden an der Rinde auf, trugen keine Blätter wie andere Baobabs in der Gegend und auch – wie zu dieser Zeit sonst üblich – keine Früchte. Es sah ganz danach aus, als hätten Elefanten sich an der Rinde der Baobabs gütlich getan und sie dabei so stark beschädigt, dass die Bäume nicht überlebten.

Baobab, Tarangire N.P.

Baobab, Tarangire N.P.

Baobabpulver-Berge und „Pipi“

Auf Märkten in Dodoma, der Hauptstadt Tansanias, hat Kuper „Berge“ von Baobab-Pulver gefunden. Gehört hat er, dass aus der Fruchtpulpe dort immer noch Saft hergestellt wird. Baobab-Samen, die von Fruchtpulpe umgeben sind, werden – schrill eingefärbt- ebenfalls auf Märkten als „Pipi“ angeboten. Der leicht säuerliche Geschmack erinnert an Brause und ist ganz besonders bei Kindern beliebt.

Der Hunger nach Land

Eine weitere für die Baobabs unschöne Geschichte weiß er ebenfalls aus Tansania zu berichten. Aufgrund des ewigen Hungers nach Land dehnen sich landwirtschaftliche Nutzflächen immer stärker aus. Er hörte von Baobab-Rodungen, um Platz für Baumwollfelder zu schaffen.

Handel mit Baobab Anreiz für deren Schutz

Aus seiner Sicht kommt die wachsende Bekanntheit des Baobab-Pulvers in Europa und international gerade recht. Im Handel sieht er einen Anreiz für die lokale Bevölkerung, Baobabs zu schützen. Er ist überzeugt davon, dass die Menschen die Bäume wieder ganz anders schätzen und schützen lernen, wenn sie Einkommen aus dem Verkauf von Baobab Pulver und Öl erwirtschaften können.

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