Baobabs gießen – aber richtig

Kleiner Baobab Schössling, Wildwuchs

Kleiner Baobab Schössling, Wildwuchs

Mit dem erfolgreichen Keimen der Baobab-Samen fängt das „Abenteuer Baobab“ erst richtig an: denn jetzt gilt es, die kleinen Keimlinge erfolgreich über die ersten drei Monate zu bringen – bis sie groß und stabil genug sind, dass sie es „alleine“ schaffen. Das richtige Gießen ist dabei eine echte Kunst. Was die kleinen Baobabs überhaupt nicht „abkönnen“, sind nasse Füße, d.h. sie brauchen zwar regelmäßig Wasser aber doch wieder nicht so viel, dass ihre Wurzeln abfaulen. Sie sind sehr anfällig für Wurzelfäule.

Baobab Keimling, wenige Stunden alt

Baobab Keimling, wenige Stunden alt

Entwicklung der Wurzel am Baobab

In meinem Kurzvideo habe ich erklärt, wie man die Baobab-Samen überhaupt erfolgreich zum Keimen bringen kann. Hat man die Schalen an den Samenkernen entfernt, kann man schon sehen, wo sich die Blätter und wo sich die Wurzeln entwickeln. Letzteres ist zunächst ein weißer Austrieb, der sich tief – bei der kleinen Pflanze etwa 10 Zentimeter – in die Erde bohrt. Deshalb ist es auch wichtig, dass man die Austriebe aus den Samen in einen Topf mit ausreichend Tiefe bettet. Aus diesem Wurzelspross entwickelt sich die Pfahlwurzel. An ihr bildet sich in den ersten Lebenswochen eine kleine Knolle. Dort speichert der kleine Baobab Nährstoffe und Wasser für die Trockenzeit, die er in der Wildnis erwartet. Im Topf auf der Fensterbank oder dem Balkon verhält er sich natürlich auch so, muss aber nicht so dringend Nährstoffe und Wasser speichern wie in der Wildnis und benötigt daher die Pfahlwurzel nicht unbedingt.

Baobab Keimling, ein Tag alt

Baobab Keimling, ein Tag alt

Parallel zur Wurzel treibt der Baobab kleine Blättchen aus. Diese helfen ihm, dass er seine Nahrung durch Photosynthese erzeugen und dafür Wasser aufnehmen kann. Manchmal treibt er zügig mehrere Blätter aus und wächst ein ordentliches Stück, manchmal begibt er sich nach dem Austreiben der ersten beiden Blättchen in eine Art Ruhephase. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Einer davon könnte ein zu feuchtes Milieu um die Wurzeln sein.

Baobab Samen Aussaht

Baobab Samen Aussaht – definitiv zu nass!

Folgendes beim Gießen von Baobabs beachten:

  • Kleine Baobabs, die gerade ausgekeimt haben, benötigen regelmäßig Wasser. Sie können noch nicht grössere Mengen in Stamm, Ästen und Wurzeln speichern, wie das ihre großen Artgenossen tun.
  • Die Pflänzchen sind empfindlich. Es bietet sich daher an, sie mit Regenwasser zu gießen.
  • Die Wassermenge ist entscheidend: nicht so viel Wasser, dass der ganze Topf trieft, aber auch nicht zu wenig. Bei kleinen Töpfen, etwa 10 Zentimeter tief, verwende ich pro Gießen zwischen 100 und 200 ml. Wenn sie mal zu trocken geworden sind, auch etwas mehr.
  • Wichtig ist auch der Abstand zwischen dem Gießen. Die Wurzeln sind anfällig für Wurzelfäule, deshalb sollten sie nicht zu viel Feuchtigkeit abbekommen. Für die Häufigkeit beim Gießen entscheidend ist, wie warm oder heiß es am Standort der Baobabs ist. Bei großer Hitze muss man die Töpfe mit den Bäumchen häufiger gießen. Bei normalen Temperaturen im Sommer gieße ich etwa alle 2 – 3 Tage im Durchschnitt. Bei Temperaturen um die 25 ° C und direkter Sonneneinstrahlung auf den Topf schaue ich mir an, wie die Erde trocknet. Im Zweifel prüfe ich mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch nass ist. Sie sollte nicht komplett austrocknen – also nicht „knochentrocken“ werden aber eben auch nicht zu nass sein.
  • Sind die Temperaturen sehr hoch – zum Beispiel über 30 ° C – nehme ich die Töpfe mit frisch gekeimten Baobabs aus der direkten Sonne, beziehungsweise decke die Töpfe (nicht die Pflanzen) ab. Die Pflanzen vertragen zwar sehr heiß und sonnig – aber die Töpfe könnten sich zu sehr aufheizen und zu schnell austrocknen, was wiederum nicht so gut ist für die Wurzeln. Schließlich sollen sie in der Sonnen nicht „kochen“.
  • Generell gilt: je kühler der Standort, desto weniger Wasser benötigen die Baobabs. Wobei sich vor allem die frisch gekeimten Baobabs bei Temperaturen um die 24 ° C am wohlsten fühlen. Auch den älteren Bäumchen im Topf gefallen Temperaturen über 25 ° C und bei über 30 ° C legen sie erst so richtig los. Kühlere Temperaturen um die 15 ° C bis 18 ° C sind für Baobabs in der Ruhephase gut, wenn sie auch ihre Blätter über den Winter in Europa abwerfen. Zu niedrige Temperaturen bei ganz jungen Baobabs können dazu führen, dass sie eingehen oder einfach nicht weiter wachsen wollen.
  • Wenn man die Bäumchen gut im Blick hat und ein gutes Gefühl für sie entwickelt hat, kann man sich auch an den Blättern orientieren: sie zeigen deutlich an, wann sie wieder Wasser brauchen, indem sie leicht welk aussehen. Dann ist allerdings höchste Eisenbahn mit dem Gießen geboten und man sollte sie nicht mehr stundenlang ohne Wasser stehen lassen. Allerdings ist bei dieser Methode Vorsicht geboten: man muss sich dabei sicher sein, dass die Pflanzen wirklich Wasser brauchen und dass es sich nicht um die Folgen einer beginnenden Wurzelfäule handelt. Denn wenn sie Wurzelfäule haben, können die Blätter im Anfangsstadium auch welk aussehen.
  • Baobab Neuzugänge 2016

    Baobab Neuzugänge 2016

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