Baobab Ausstellung Wien – Pascal Maître

Baobabs in der Dämmerung, Madagaskar, Pascal Stimmungsvolle Abendstimmung, Baobab - der Zauberbaum, Pascal Maître

Baobabs in der Dämmerung, Madagaskar, Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“, NHM Wien, Pascal Maître

27 Reisen hat der Naturfotograf Pascal Maître nach Madagaskar unternommen. Dort fotografierte er unter anderem die ungewöhnlichsten Bäume auf der Insel: die Affenbrotbäume. Die beeindruckenden Ergebnisse seiner Arbeit sind bis zum 03. Juni dieses Jahres im Naturhistorischen Museum (NHM) in Wien in der Baobab Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ zu sehen.

Stimmungsvolle Abendstimmung, Baobab - der Zauberbaum, Pascal Maître

Blick in die Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ mit Fotografien von Pascal Maître im NHM, Wien

Im obersten Stockwerk des Museums öffnet sich ein phantastischer Ausstellungsraum, der den Blick auf über 40 meisterhafte Aufnahmen Maîtres freigibt. Vom Eingang aus rechts zieht eine mehrere Meter breite, stimmungsvolle Aufnahme gigantischer Baobabs im Sonnenuntergang sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Mit ihrer Betrachtung lässt sich der Alltag vergessen, die Sehnsucht nach einer Reise zu den ikonengleichen Bäumen klopft leise an.

Monrondava "Allee der Baobabs" in der Ausstellung "Baobab der Zauberbaum im NHM, Wien, Pascal Maître

Monrondava „Allee der Baobabs“ in der Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ im NHM, Wien, Pascal Maître

Acht Spezies Affenbrotbäume gibt es auf der Erde, sieben davon wachsen auf Madagaskar, sechs davon kommen nur auf der Insel vor. Sie hat der Fotograf trefflich und aus unterschiedlichsten Perspektiven in Szene gesetzt. Als Betrachter bekommt man einen guten Eindruck von den Dimensionen der Bäume, die bis zu elf Meter dick und 30 Meter hoch wachsen. Auf manchen Fotos wandert der Blick aus der Froschperspektive am beeindruckenden Stamm empor. Die Vogelperspektive wiederum erlaubt faszinierende Einblicke in die Lebensräume der Bäume.

Adansonia ZA, von den Menschen als Zisterne genutzt, Ausstellung Baobab - der Zauberbaum, Pascal Maître

Adansonia ZA, von den Menschen als Zisterne genutzt, in der Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ im NHM Wien, Pascal Maître

Auch die Eindrücke auf Augenhöhe sind informativ für die Betrachter: Menschen sind in Interaktion mit den Giganten zu sehen: sie schälen Rinde von Baobabs oder decken damit die Dächer ihrer Häuser ab. Auf einer Fotografie sind mehrere Männer in bunten Kleidern zu sehen, die versuchen, einen dicken Stamm zu umfassen – es gelingt ihnen nicht.

Baobab – der Baum des Lebens

Alle Teile des Baobab finden auch heute noch ihre Verwendung. Die Blätter sind beliebt als Gemüse, das Vitamin-C-reiche Pulver aus den Früchten schmeckt sehr gut als Fruchtsaft, die Wurzeln liefern einen roten Farbstoff, die Rinde außerdem Rohmaterial für die Herstellung von Seilen.

Der Baobab ist bekannt als „Baum des Lebens“. Er liefert neben Rohstoffen und Nahrung auch wichtige Zutaten für die traditionelle Medizin. Wissenschaftlich nachgewiesen ist inzwischen, dass die Blätter mancher Arten antivirale Wirkstoffe haben. Das Baobab Fruchtpulver kann zur Fiebersenkung und der Behandlung von Darmerkrankungen eingesetzt werden.

Ampanonga Baobabam Fluß Mangoky, in der Ausstellung "Baobab der Zauberbaum im NHM, Wien, Pascal Maître

Ampanonga Baobabam Fluß Mangoky, in der Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum im NHM, Wien, Pascal Maître

Der mit vielen Furchen und Runzeln überzogene Stamm hat dem ältesten Baobab auf Madagaskar den Namen die „alte Großmutter“ eingebracht. Oft stehen diese Bäume einzeln und sind von weitem gut sichtbar. Ältere Affenbrotbäume höhlen im Laufe der Jahre von innen aus. Diesen natürlichen Vorgang manchen sich Menschen zu Nutze: sie wohnen in den Stämmen, halten ihr Vieh darin oder lagern Vorräte.

Auch Regenwasser sammelt sich in Höhlungen und wird in Trockenzeiten von Mensch und Tier genutzt. Der Baobab speichert Wasser aber auch im Stamm, den Ästen und Wurzeln. Er benötigt es, um trockene Phasen zu überstehen. Baobabs bieten vielen Lebewesen Raum, Nahrung und Schutz. Vor allem Vögel und Baum-bewohnende Säugetiere ziehen ihre Jungen in den Höhlen und Nischen der Bäume auf.

Während eines Zyklons umgefallener Baobab, in der Ausstellung "Baobab der Zauberbaum im NHM, Wien, Pascal Maître

Während eines Zyklons umgefallener Baobab, in der Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ im NHM, Wien, Pascal Maître

Baobabs sind heilige Bäume

Für viele Madagassen sind die Baobabs auch heute noch heilig, Geschichten und Mythen ranken sich um sie. So soll das madagassische Pendant zum biblischen Adam seine „Eva“ aus dem Baobab geformt haben. Einer Legende nach liebte der Schöpfergott Zanahary den Baobab und gab ihm den besten Platz im Wald. Doch dieser vertrug die Feuchtigkeit nicht. Er fing an zu nörgeln – so lange bis Zanahary die Geduld verlor. Er riss den Affenbrotbaum aus der Erde und warf ihn weg, soweit er konnte. Der Baum landete mit den Ästen voran im Erdreich und reckte seine Wurzeln weit in den Himmel. Sein Genörgel verstummte für immer. Diese Mythe bietet eine Erklärung für die typische Wuchsform der Baobabs.

Wichtig ist der Baobab nicht nur als Rohstoff-, Nahrungs- und Medizinlieferant. Er dient auch als Marktplatz und Versammlungsort in Dörfern. Unter dem Baobab finden Beratungen und Verhandlungen statt. Alte Bäume sind beliebte Treffpunkte und gut sichtbare Wegweiser.

Die Allée der Baobabs in Morondava bei Nacht, Während eines Zyklons umgefallener Baobab, in der Ausstellung "Baobab der Zauberbaum im NHM, Wien, Pascal Maître

Die Allée der Baobabs in Morondava bei Nacht, in der Baobab Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ im NHM, Wien, Pascal Maître

Um die beeindruckende Blüte der Baobabs zu erleben, verbrachte Maître eine Nacht in der Krone eines über 25 Meter hohen Riesen. Von seiner Erfahrung sagt er: „In jener Nacht schlief ich hoch oben in diesem Baum, zwischen Himmel und Erde. Als ich aufwachte, fand ich mich unter Tausenden von Sternen und sich öffnenden Blüten wieder. Ein unvergessliches Erlebnis.“ Baobabs öffnen ihre Blüten am späten Abend und blühen nachts. Bereits am nächsten Morgen beginnen die Blüten zu welken, am späteren Vormittag fallen sie ab.

Baobab-Konstruktion in der Ausstellung "Baobab der Zauberbaum im NHM, Wien

Baobab-Konstruktion in der Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ im NHM, Wien

Mitten im Raum – direkt gegenüber vom Eingang lädt eine begehbare Baobab-Konstruktion zum Verweilen ein. Sie ist dem Stamm eines Baobab nachempfunden und hat einen Durchmesser von vier Metern und wirkt damit riesig. Interessierte erfahren in der Konstruktion über ein Tonband Wissenswertes über Affenbrotbäume.

Baobab Fotografien von Pascal Maître in der Ausstellung "Baobab der Zauberbaum im NHM, Wien

Baobab Fotografien von Pascal Maître in der Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ im NHM, Wien

Spätestens nach einer zweiten Runde vorbei an den Fotografien der imposanten Bäume ist man der Magie der Giganten verfallen. Es wäre zu schön, sie in ihrer natürlichen Lebenswelt zu erkunden. Doch gerade auf Madagaskar sind sechs der sieben vorkommenden Arten bedroht. Ihre Lebensräume schwinden drastisch. Verantwortlich dafür sind unter anderem wachsende Bevölkerungszahlen und der Hunger nach landwirtschaftlichen Nutzflächen, der die majestätischen Bäume mehr und mehr verdrängt.

Baobab Fotografien von Pascal Maître in der Ausstellung "Baobab der Zauberbaum im NHM, Wien

Baobab Fotografien von Pascal Maître in der Ausstellung „Baobab – der Zauberbaum“ im NHM, Wien

2 Replies to “Baobab Ausstellung Wien – Pascal Maître”

  1. Die Ausstellung der wundervoll in Szene gesetzten Fotografien ist hier auf herrliche Art beschrieben.Danke!!!! einen lieben Gruß aus Wien, bald aus Perth.

    • Liebe Anna, herzlichen Dank für Deine positive Rückmeldung & viel Spaß mit dem Boab in Perth 🙂

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