Rerai Mundengoma: Baobab hilft Frauen

Rerai Mundengoma mit Baobab Früchten

Rerai Mundengoma mit Baobab Früchten

„Der Verkauf von Baobab Früchten hat mir sehr geholfen“, sagt Rerai Mundengoma, Baobab Fruchtsammlerin aus dem Dorf Kajokoto in der Nähe von Mount Darwin im Norden von Simbabwe. „Ich muss meinen Mann nicht mehr um Geld bitten, um das Nötigste für meine Kinder zu kaufen.“ Mit dem zusätzlichen Geld habe sie ihre Kinder in die Schule geschickt und zusätzlich noch Teller und Töpfe für den Haushalt sowie Saatgut für ihren Hausgarten gekauft.

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Lagerhütte in Kajokoto, Ziegen im Schatten

Die Sonne brennt morgens um halb acht schon unerbittlich vom Himmel. Die Luft flimmert. Wir sind auf dem Weg zu Rerai Mundengoma für ein Interview zum Thema Baobab und was sich mit der Ernte der Früchte für sie im Alltag verändert hat. Rerai ist verheiratet und stolze Mutter von sechs Kindern. Drei ihrer Sprösslinge gehen zur Schule.

Bei mir ist Fran Patsika, die das Gespräch auf Shona für mich ins Englische übersetzt. Wir stehen im Schatten unter einem großen Baobab. Stoppeln stehen auf dem Acker – in diesem Jahr wächst hier nichts mehr. Der Regen ist ausgeblieben, die Gegend wird von einer Dürre bedroht. Wind kommt auf und verstärkt das Gefühl der Trockenheit. Einzig unser Schattenspender begeistert in dieser Hitze. Er hat einen Auswuchs, der mit etwas Phantasie einem Hirschkopf ähnlich sieht.

Baobab "Hirschkopf", Simbabwe

Baobab „Hirschkopf“, Simbabwe

Baobab statt Baumwolle

Bislang haben die Kleinbauern in der Gegend Baumwolle angepflanzt. Früher bekamen sie 0,80 US Dollar pro Kilogramm – die Zeiten wären aber lange vorbei, meint Rerai. Die arbeitsintensive Baumwolle hat der Familie in den letzten beiden Erntejahren nur noch 0,30 Dollar pro Kilogramm eingebracht. Das lohnt die Investitionen und den Aufwand nicht.

Baumwolle benötigt viel Wasser, Nährstoffe, Dünger und Pestizide. Gerade in der Gegend um Mount Darwin, die nicht die besten landwirtschaftlichen Nutzflächen hat, herrscht oft Wassermangel. Umso anstrengender ist der Anbau dieser Pflanze. Die Bäuerin will sich künftig lieber auf Getreide konzentrieren.

Baobab Sammelstelle

Baobabsammelstelle, bei Masvingo, Simbabwe

Einkommensquellen und Tradition

In diesen infrastrukturschwachen Gebieten sind Strategien zur Diversifizierung von Einkommen überlebenswichtig. Da kam die Initiative der Firma B’Ayoba aus Harare gerade recht. Sie kauft den Bäuerinnen Baobab Früchte ab, um das Frucht Pulver international zu vermarkten. „Wir haben das Projekt mit beiden Händen willkommen geheißen. Heute schätzen wir die Baobabs wieder und wir möchten, dass es mit B’Ayoba weitergeht“, sagt Rerai.

Der Verkauf von Baobab Früchten hat ihr besonders in ihrer Situation als Frau geholfen. Traditionell versorgen die Frauen ihre Familien. Darunter fällt auch das Bezahlen von Schulgeld oder die medizinische Versorgung. In ihren Aufgabenbereich fällt auch das Sammeln von Früchten. Der Erlös aus dem Verkauf steht ihnen zu. Heute verfügt Rerai über eigenes Geld, um das Nötigste für sich und die Kinder einzukaufen.

Baobab Sammlerinnen

Baobabsammelstelle, bei Masvingo, Simbabwe

Den Kindern etwas hinterlassen

Für das Sammeln der Baobab Früchte benötigt man zwar weiter nichts als die eigene Arbeitskraft – aber auch das kann in abgelegenen Gebieten mühsam sein. Die Bäume stehen vereinzelt im Gelände und manchmal sind die Sammlerinnen von morgens bis abends unterwegs. Überwiegend transportieren sie die eingesammelten Früchte in Säcken auf ihren Köpfen. Das ist schwere Arbeit.

Baobab Fruchtsammlerin

Alte Frau mit Baobab-Früchten, Masvingo, Simbabwe

Für ihre Zukunft wünscht sie sich, dass sie mehr Geld von B’Ayoba bekommt. Mit dem zusätzlichen Einkommen hat sie große Pläne. In Mount Darwin betreibt sie einen Gemüsestand. Dort würde sie gerne ein Haus bauen. Hauptsächlich denkt sie dabei an ihre Kinder: „Damit ich meinen Kindern etwas hinterlassen kann, das ich mit meinen Händen geschaffen habe, wenn ich nicht mehr bin“, fügt sie hinzu.

Baobabs auf Schubkarre

Baobab-Früchte auf Schubkarre

Außerdem wünscht sie sich ganz pragmatisch eine Karre, mit der sie die schweren Baobab-Säcke zur Sammelstelle für die Früchte bringen kann. Auch über neue Beschäftigungsmöglichkeiten denkt sie nach: Sie träumt von einem Verarbeitungscenter für die Früchte. Das brächte neue Arbeitsplätze für ihre Familie und andere Sammlerinnen in der Gegend.

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Ein Kommentar zu “Rerai Mundengoma: Baobab hilft Frauen

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