Des Lieblings Blätter…

Auf der Fensterbank treiben Baobabs ihre Blätter für gewöhnlich aus, wenn die Tage ab Februar wieder etwas länger werden. Am besten funktioniert das Austreiben der Blätter dann, wenn sie eine Weile trocken gestanden haben und sie dann Wasser bekommen. Offenbar ist das für sie etwa so wie in der „freien „Wildbahn“. Dort treiben sie ihre Blätter Tage bis Wochen vor der Regenzeit aus. Das ist der beste Zeitpunkt für sie, damit ihre Wurzeln nicht zu lange im Wasser stehen müssen und Schaden nehmen oder gar abfaulen. In freier Wildbahn erhalten die Blätter Wasser aus den Vorräten, die Baobabs in ihren Stämmen und Ästern während der Regenzeit für trockene Phasen des Jahres speichern.

Die Baobabs behalten ihre Blätter in der „Wildnis“ im Durchschnitt drei Monate – das hat ihnen unter anderem den Namen „upside down tree“ eingebracht, denn ohne Blätter sehen sie aus, als würden sie ihre Wurzeln in den Himmel recken. Also, bitte nicht wundern, wenn der Baobab auch auf der Fensterbank oder dem Balkon viele Monate (in freier Wildbahn bis zu neun Monate) ohne Blätter dasteht. Der Liebling ist deshalb nicht tot – sondern lebt vielmehr mittels einer grünen Chlorophyll-Schicht unter seiner obersten Rindenschicht weiter und kann damit – auch ohne Blätter (!) Photosynthese betreiben. Er schläft also nicht, wie das bei unseren Bäumen im Winter üblich ist. Sein „Stoffwechsel“ ist nur reduzierter.

Baobabs verlieren ihre Blätter üblicherweise, wenn die anderen Bäume vor dem Fenster/Balkon dies auch tun – also etwa ab Oktober. Wie sie zu diesem Rhythmus bei uns in Europa finden ist mir ein Rätsel, denn die Wachstumsperiode der Baobabs verhält sich in Deutschland genau entgegengesetzt zur Wachstumsperiode von Baobabs im Afrika südlich der Sahara. Die Jahreszeiten funktionieren bei uns genau anders herum als in ihrer Heimat. Wenn wir im Winter bibbern, ist in „Baobab-Country“ Sommer bzw. Regenzeit – und höchste Zeit für die Baobabs, ihre Blätter auszutreiben und nicht dafür, sie fallen zu lassen.

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