Die Hyäne und der Baobab

Auf meinen Reisen habe ich entdeckt, dass es in den verschiedenen Ländern im südlichen Afrika auch verschiedene Erklärungsversuche oder Mythen gibt, die sich damit auseinandersetzen, warum der Baobab so aussieht, wie er aussieht.

Folgende Mythe habe ich auf meiner Motorradreise in Namibia gehört:

In Namibia erzählt man sich, dass zur Zeit er Erschaffung der Erde der Schöpfer alle Tiere zu sich rief. Immer mehr Tiere kamen und es wurde unübersichtlich. Der Schöpfer hatte großes vor und alle mussten sich in einer langen Reihe aufstellen. Sie wurde so lange, dass sie bis zum Horizont reichte.

Die Hyäne, auch sonst eher nachlässig in der Befolgung von Anweisungen, hatte sich verspätet. Sie musste am Ende der Reihe in der brütenden Sonne warten. Der Schöpfer wies jedem Tier einen eigenen Baum zu. Sie sollten die kleinen Pflanzen in die Erde setzen. Weil sie ganz am Schluss kam, blieb für sie nur der Baobab übrig.

Die Hyäne fand das überhaupt nicht lustig. Sie fand den Baobab in seiner ganzen Erscheinung abstoßend und hässlich – dieser grotesk geformte Stamm und die skurril anmutenden Ästen! Als sie also endlich an der Reihe war und ihren Baobab-Setzling in Empfang nahm, war sie wütend und frustriert. Kaum hielt sie den kleinen Baobab in ihren Händen, warf sie ihn mit großer Verachtung auf die Erde. Der kleine Baobab landete mit den Ästen nach unten – so wurde er zum „upside down tree“. Fortan wuchsen seine Wurzeln wie Äste in den Himmel.

 

 

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