Der Baobab und das Gefühl von Freiheit

Gesa Neitzel, Mashatu, Botswana

Gesa Neitzel, Mashatu, Botswana

Beim Anblick des Baobabs „überkam mich eine unglaubliche Ruhe; ein Gefühl von Freiheit, aber auch von Wunder und Glück. Diese Welt ist ein schöner Ort“ sagt Gesa Neitzel über ihre Begegnung mit einem Baobab während ihrer Ausbildung zur Rangerin in Südafrika. 

Wie jeden Tag schau ich in meine Facebook Timeline. Einen Beitrag nach dem anderen scrolle ich weiter. Plötzlich bleibt mein Blick hängen – an einem Foto von Mashatu mit Baobab und junger Frau in spektakulärer Abendstimmung. Gekonnt hat mich Gesa Neitzel geködert mit ihrem Blog-Beitrag über „Wurzeln“ – obwohl dieser auf den ersten Blick gar nicht so viel mit Wurzeln zu tun zu haben scheint.

Gesa Neitzel

Gesa Neitzel

Ich lese weiter und erfahre mehr über eine junge Frau, die sich in Berlin ein Herz fasst, ihren Job verlässt, um in Afrika zurück zur Natur zu finden. Oder, wie sie es mit ihren Worten ausdrückt „wenn ich an eines glaube, dann ist es das: Wir müssen nicht ‚wieder mehr Zeit in der Natur verbringen.‘ Nein, wir müssen uns wieder daran erinnern, dass wir ein Teil von der Natur sind.“

Die Geschichte von Gesa gefällt mir und ich kontaktiere sie, um mehr über den Baobab auf dem Foto zu erfahren. Natürlich möchte ich wissen, wann die Autorin zum ersten Mal überhaupt von Baobabs gehört hat. Dazu meinte sie, dass sie von Affenbrotbäumen bestimmt in einer Dokumentation gehört hätte – erinnern konnte sie sich aber nicht mehr genau.

Baobab, Mashatu, Botswana

Baobab, Mashatu, Botswana

Ihren allerersten Baobab hat sie im Mashatu Game Reserve im Tuli Block in Botswana gesehen. Sie erinnert sich: “ Es war Rhodes Baobab auf dem sogenannten „Mmamagwa“ Felsen – ein magischer Ort und einer der besten Plätze, um den afrikanischen Sonnenuntergang zu beobachten.“

Nicht nur der Ort, sondern auch der Baobab hat Geschichte: er trägt die Inschrift von Cecil John Rhodes, einem britischen Unternehmer und Politiker. Dieser hielt sich angeblich in den 1890er Jahren in der Gegend auf zur Streckensuche für sein Großprojekt: die Eisenbahnlinie vom Kap in Südafrika nach Kairo. Rhodes ist auch der Namensgeber der ehemaligen Kolonien Nord- und Südrhodesien, dem heutigen Sambia und Simbabwe.

Mashatu, Botswana

Mashatu, Botswana

Der Besuch im Mashatu Game Reserve und beim Rhodes Baobab gehörte zu ihrer einjährigen Ranger-Ausbildung in Südafrika. Die Teilnehmenden lernten die wichtigsten Bäume im südlichen Afrika kennen. Da darf der Baobab nicht fehlen, denn schließlich, so Gesa, sei er eines der wichtigsten afrikanischen Wahrzeichen, das noch immer voller Geheimnisse stecke.

„Das Wissen um die Bäume in einer Gegend hilft ungemein, um mehr über den Lebensraum der Tiere und Pflanzen zu lernen“, meint die Rangerin. Schließlich ist das wichtig für Ausflüge und Touren mit ihren Safari-Gästen.

Eine Tatsache über den Baobab, die sie gerne mit ihren Gästen teilt: der Gigant kann große Mengen Wasser speichern. Unter anderem deshalb ist er bei Elefanten heiß begehrt. Aber er liefert den Dickhäutern nicht nur Wasser während der Dürrezeiten sondern bietet auch Nährstoffe. Sie brechen mit ihren Stoßzähnen Stücke aus der Baumrinde und kauen darauf herum. Dabei lösen sie die Nährstoffe heraus. An vielen Baobabs – vor allem in Gebieten mit großen Elefantenpopulationen – kann man die Spuren der Übergriffe deutlich sehen.

Gesa Neitzel

Gesa Neitzel

Das Beste an den Baobabs ist für Gesa das Alter, denn sie können uralt werden. Wenn sie unter einem der Riesen sitzt, stelle sie sich oft vor „wie viele Menschen vor mir schon hier gesessen haben; wie viele Tiere Schutz unter seinen Zweigen im Regen gesucht; wie viele Elefanten sich an der Rinde gelabt haben… Baobabs haben viel von dieser Welt gesehen, ohne dass sie jemals ihren Standort gewechselt hätten.“

Neben Rhodes Baobab in Mashatu gehört „Kubu Island“ in Botswana, das auch als Lekhubu Island bekannt ist, zu ihren Baobab-Lieblings-Standorten. „Ein Muss für echte Baobab-Fans“, meint sie. Gesa muss es wissen, denn sie hat während ihrer Zeit im südlichen Afrika viel gesehen. Ich freue mich, dass sie Baobabs ebenfalls „ganz großartig“ findet.

Wer mehr über Gesa und ihr Leben erfahren möchte, schaut am besten auf ihrer Webseite nach oder liest ihr Buch „Frühstück mit Elefanten“, das brandneu auf dem Markt ist.

"Frühstück mit Elefanten", Gesa Neitzel

„Frühstück mit Elefanten“, Gesa Neitzel

To share...Share on FacebookPin on PinterestShare on Google+Share on LinkedInTweet about this on Twitter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*