Blütenpracht am Baobab

Baobab im Sonnenuntergang

Baobab im Sonnenuntergang

Die Sonne steht schon tief an diesem ereignisreichen Tag. Gut gesättigt klettern wir in das Allradfahrzeug von Sarah Venter. Erneut rumpeln wir über einen holprigen Feldweg. Zum Abschluss hat sie sich eine besondere Überraschung für uns einfallen lassen.

Sarah stellt den Wagen ab. Zu Fuß geht es weiter über einen Acker – die ersten Giganten sind zu sehen. Wir gehen in Richtung Sonnenuntergang, immer darauf bedacht, die Hinterlassenschaften von Kühen und Ziegen zu meiden. Vor uns liegt eine phantastische Ansammlung alter Baobabs. Das ist unser Ziel.

Sundowner bei Baobabs

Sundowner bei Baobabs

Perfekter Event zum Sundowner

Ein perfekter Ort für den im südlichen Afrika so gerne eingenommenen „Sundowner“. Wir packen gemütliche Klappsessel aus dem Fahrzeug und stellen sie direkt unter die Baobabs. Mit Getränken bewaffnet bringen wir uns in Position.

Sundowner bei Baobabs

Sundowner bei Baobabs

Die Baobabs sind über und über voll mit Knospen. Sie hängen – wie später die Früchte – wie Pendel an Schnüren von den Ästen. Kurz vor dem Öffnen sind sie etwas größer als Golfbälle. Einige dieser Knospen werden sich heute öffnen. Sie zeigen das an dem Spalt, der sich ab mittags unten an der grünen Hülle bildet.

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Es ist kaum zu glauben: man kann wirklich beobachten, wie die Öffnung größer wird. Bequem sitzen wir in einer Reihe und starren auf die Blüten. Wie in Zeitlupe werden die Risse größer. Langsam ist das Weiß der Blüten zu erahnen.

Etwas Geduld tut Not

Zusammengefaltet liegen die Blütenblätter wie schlafend in ihrer grünen Hülle. Auch einigen Insekten fällt auf, dass sich an den Knospen „etwas tut“. Immer wieder kommt ein Schwärmer, eine nachtaktive Schmetterlingsart, vorbeigeschwirrt, um den Zustand der Knospen zu prüfen.

Baobab Blüte

Baobab Blüte

Inzwischen ist die Sonne verschwunden, die Sundowner sind geleert. Die Geräusche der Nacht hüllen uns ein. Wir warten seit über einer Stunde auf das angekündigte Spektakel. Etwas trifft mich am Hinterkopf – ein Schwärmer hat sich verflogen. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie er benommen Kurs auf eine der Knospen nimmt.

Schwärmer an Baobab Blüte

Schwärmer an Baobab Blüte

Bereit für das stille Finale

Der Baum bestimmt, wann es so weit ist. Alle „reifen“ Blüten öffnen sich unisono. Sie sind mittlerweile schon recht weit – die grünen Schutzhüllen haben sich in Richtung Stängel aufgerollt. Ich habe mir eine Blüte ausgesucht und stelle meinen Stuhl direkt darunter. Die Knospe lasse ich nicht aus den Augen – ich wage es kaum, zu Blinzeln.

Baobab Blüte

Baobab Blüte

Plötzlich ist es so weit: Sekundenschnell entfalten sich die weißen Blütenblätter – fast so, als würde man einen Regenschirm öffnen. Unglaublich! Die Knitterfalten verschwinden, die Blütenblätter glänzen feucht. Sie sind noch nicht trocken, da sind schon die ersten Schwärmer „am Start“ – auf der Suche nach Blütennektar.

Hunderte von Blüten – spektakulär

An einem Abend öffnen sich an großen Bäumen hunderte von Blüten. Sie blühen für eine einzige Nacht. An diesen Baobabs sehen wir vor allem Schwärmer, die zu den Blüten kommen. Sonst werden sie je nach Standort auch von Bush Babies, Fledermäusen oder anderen nachtaktiven Insekten bestäubt.

Baobab in Blütenpracht

Baobab in Blütenpracht

Eine Blüte ist für etwa 12 bis 18 Stunden befruchtungsfähig, am nächsten Morgen werden die weißen Blütenblätter welk und fallen ab. Unterm Baum lungern hoffnungsfroh Ziegen und Rinder. Für sie sind die welken Blätter ein leicht zugängliches Festmahl.

Vom Spektakel am Vorabend ist gegen Mittag nichts mehr zu sehen. Abends wiederholt sich das gleiche Spiel, bis die Blühphase der Baobabs nach etwa vier Wochen zu Ende ist. Langsam bilden sich dann die Früchte aus.

Im Gebiet der Venda fangen die Baobabs etwa um die Monatsmitte im November an zu blühen – das ist normalerweise die Regenzeit im südafrikanischen Sommer. Kurz vor der Blütephase treiben die Baobabs auch ihre Blätter aus.

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