Baobab-Setzlinge: selber…

… erzeugen. Wer schon Baobabs zu Hause auf der Fensterbank, dem Balkon, im Wintergarten oder der Terrasse sein „Eigen“ nennt, der kann versuchen, Baobab-Setzlinge selbst zu produzieren.

Baobabs haben in jungen Jahren die Angewohnheit, einen einzigen Trieb kerzengerade gen Himmel zu treiben. Dieser Trieb kann einen Meter oder mehr pro Wachstumsperiode im Topf betragen. Oben bildet sich dann eine Krone mit mehreren Blättern. Der junge Baobab ähnelt so in keinster Weise seinen „alten“ Verwandten in der „Wildnis“. Baobabs entwickeln ihre bauchige Form erst mit fortgeschrittenem Alter. In ihren ersten Lebensjahren stecken sie viel Energie in diesen einen langen und dünnen Austrieb. Das kann für die „normale“ Wohnung oder den Wintergarten schnell zu einer Herausforderung werden. Mit einem gekonnten Rückschnitt kann man den Baobab auf „Zimmergröße“ halten und ihn so auch zur schnelleren Erweiterung seines Stamms zur typischen bauchigen und knorrigen Form bewegen.

Bevor Baobabs ihre Blätter zu Hause im Oktober/November verlieren ist ein günstiger Zeitpunkt für einen Rückschnitt. Dieser Vorgang kündigt sich schon einige Tage bis Wochen vorher an – indem die unteren Blätter sich schneller gelb verfärben und eines nach dem anderen langsam abfällt. Um Setzlinge zu erzeugen, schneidet man den Baobab ein Stück unterhalb der verbliebenen Blätter etwas zurück. Die Blätter, die am Setzling haften, helfen diesem dabei, Wasser aufzunehmen und Wurzeln nachzubilden. Man könnte den Baobab aber auch im Sommer während der Wachstumsperiode zurück schneiden. Baobabs zeichnen sich durch hohe Regenerationsfähigkeit aus.

Der Setzling wird in eine Flasche mit Wasser gestellt. Ein kleiner Topf mit feuchtem Sand tut es auch. Mit etwas Glück kann man in der Flasche oder in einem Glas schon wenige Tage später oberhalb der Abschnittstelle winzige weisse Wurzeltriebe beobachten, die sich durch die oberste Rindenschicht beim Baobab schieben. Man muss etwas Geduld mitbringen, denn das Ausbilden der Wurzeln am Setzling dauert seine Zeit. Der Vorgang kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Das Wasser sollte immer wieder gewechselt werden.

Sind die Wurzeln ausgeprägt genug, nimmt man den Setzling und pflanzt ihn in die Erde. Als Pflanzgefäss geeignet sind beispielsweise Tontöpfe. In diese gibt man Kieselsteine, um einen guten Abfluss des Gießwassers zu ermöglichen. Kakteenerde, die nach Bedarf auch noch mit Sand (kein Sand, der direkt aus dem Meer kommt), vermengt werden kann, ist als Pflanzgrundlage sehr gut geeignet, da sie ebenfalls guten Wasserabfluss zulässt und ausserdem nicht überdüngt ist. Baobabs sind sehr genügsame Zeitgenossen und dürfen nicht überdüngt werden.

Mitunter kann es lange dauern, bis sich am Setzling die ersten Blätter zeigen. Bei einem Rückschnitt, den ich im Dezember 2013 vorgenommen hatte, zeigte sich bei einem der Setzlinge etwa Mitte Mai die ersten zaghaften grünen Blattspitzen. 2014 hat der Baobab jedoch keine Blätter ausgetrieben. Nun hoffe ich auf das Frühjahr 2015.

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