Baobabs auf Madagaskar: Sieben Arten

Baobabs in Mapungubwe, Südafrika, Gerhard Hübner

Baobabs in Mapungubwe, Südafrika, Gerhard Hübner

„Baobabs sind irgendwie zu unseren Lieblingsbäumen geworden in Afrika. Sie sind einfach spektakulär“, meint Doreen Gericke über die faszinierenden Giganten. Ich treffe sie und ihren Mann Gerhard Hübner zum ersten Mal fernab ihrer Heimatstadt Berlin im Bergischen Land.

Doreen Gericke

Doreen Gericke

Dort war ich vor einigen Jahren eingeladen zum Pfingst-Braai in Engelskirchen. Namibia Fans von Nah und Fern treffen sich alle zwei Jahre zum Austausch und zur Reiseplanung für das südliche Afrika – dabei dürfen natürlich auch die beiden Berliner nicht fehlen.

Nach meinem Fotovortrag über eine meiner Reisen zu den Baobabs kommen wir zum ersten Mal ins Gespräch. Der kleine Baobab, den ich als lebendes Anschauungsmaterial dabei hatte, inspirierte die beiden offenbar so sehr, dass sie sich umgehend um einen eigenen Setzling bemühten. Inzwischen steht er in voller Blätterpracht im Büro ihrer Wohnung – wovon ich mich bei einem unserer Treffen selbst überzeugen konnte.

Ihre ersten „wilden“ Baobabs haben die Beiden vor Jahren im Norden von Südafrika auf einer ihrer Reisen gesehen. Die Landschaft mit den Riesen im Mapungubwe Nationalpark hat sie besonders beeindruckt. Natürlich waren sie auch schon bei den Baobabs im Norden des Krüger Nationalparks. So richtig ins Schwärmen kommen die Reiselustigen jedoch bei den Beschreibungen der Affenbrotbäume auf Madagaskar.

2014 reisten sie fast vier Wochen über die Insel. Auf der „Einsteigerroute“ für Touristen, wie mir Gerhard erzählt. Das sei am Anfang das einfachste bei den teils katastrophalen Straßenverhältnissen. Auch die Orientierung fällt nicht leicht, denn es gibt kaum Karten oder Schilder zur Orientierung.

Zu den Baobabs auf Madagaskar

Die Beiden engagierten einen Führer, der für sie die Tour zusammen stellte und sie vor Ort begleitete. Zunächst landeten sie in Antananarivo, der Hauptstadt und steuerten dann erste Reiseziele im Osten an.

Die meiste Zeit verbrachten sie im zentralen Hochland. „Wir haben schnell gemerkt: alleine Fahren in Madagaskar wie in Namibia oder Südafrika ist nicht“, erinnert sich Doreen. Erst gegen Ende ihres Urlaubs reisten sie an die Küste im Süd-Westen. Von Toliara aus fuhren sie in das kleine Dorf Ifaty, direkt am Meer.

Baobabs im Dornwald, Ifaty, Gerhard Hübner

Baobabs im Dornwald, Ifaty, Gerhard Hübner

Am Ortsausgang residiert die „Mutter des Waldes“, oder auf Madagassisch auch Reniala genannt. Der Name ist „Programm“, denn es handelt sich um ein privates Reservat zum Schutz des Primärwalds. Bekannt ist dieses Fleckchen Erde auch als  Dornenwald von Ifaty.

Ursprünglich wollten sie Sifakas, eine dort lebende Lemuren-Art, sehen. Ein Ochsenkarren brachte sie mit ihrem Führer in den Wald. Allerdings nicht tief genug, um dort wirklich Sifakas zu sehen. Je tiefer man in das Reservat eindringt, desto arider wird die Gegend und auch schwerer zu bereisen.

Die Tiere ernähren sich von Didieraceen, sehr wehrhaften, dornigen Pflanzen. Das Besondere: Sifakas bewegen sich scheinbar mühelos auf den Gewächsen. Selbst bei der Landung nach einem Sprung verletzen sie sich nicht an den langen Dornen.

Ein Blick auf die Lemuren bleibt den Tierfreunden verwehrt. Dafür trafen sie auf prächtige alte Baobabs, die in dieser Region Madagaskars wissenschaftlich als Adansonia rubrostipa bekannt sind.

Sieben Arten von Baobabs auf Madagaskar

Sie sind den Baobabs der Gattung Adansonia digitata, die auch auf Madagaskar vorkommt, zwar ähnlich. Allerdings sind sie kleinwüchsiger und haben gelbe statt der weißen Blüten. Bekannt sind sie auch unter dem Namen Adansonia fony.

Neben Adansonia rubrostipa und Adansonia digitata gibt es noch fünf weitere Baobab Arten auf Madagaskar:

  • Adansonia grandidieri
  • Adansonia madagascariensis
  • Adansiona za
  • Adansonia perrieri
  • Adansonia suarezensis

Interessanterweise wachsen die unterschiedlichen Arten auch an verschiedenen Orten auf der Insel. Die Wissenschaft ist sich uneins, wo der Ursprung der Baobabs zu finden ist: auf dem Festland Afrikas, auf Madagaskar, in Australien oder gar in Lateinamerika.

Gerhard Hübner

Gerhard Hübner

Schöne Fotos haben die Beiden von ihren Madagaskar-Reisen mitgebracht. Gerhard fotografiert „mit einer ganz normalen Spiegelreflexkamera – nix Dramatisches“, wie er selbst sagt. Er setzt auf Technik und das klingt in der Anwendung schon fortgeschritten, denn ab und zu arbeitet er mit Nodalpunkten für eine ganz besondere Panorama-Technik.

Baobabs, Dornenwald Ifaty, Panorama, Gerhard Hübner

Baobabs, Dornenwald Ifaty, Panorama, Gerhard Hübner

Dazu muss man die Kamera-Objektiv-Konstruktion so einstellen, dass sich alles um den „richtigen“ Punkt dreht. Damit kann man die Bilder später einwandfrei „zusammennähen“. Letztendlich rechnet ein Programm die Fotos wie gewünscht zusammen – „allerdings nur, wenn man alles vorher richtig gemacht hat, sonst entsteht ein Knick im Bild“, so der Fotograf. Die Beiden sind Co-Autoren des Buchs „Das Herz Madagaskars“, in dem einige der Fotografien zu sehen sind.

"Das Herz Madagaskars", Doreen Gericke, Gerhard Hübner, Dieter Rohrbach

„Das Herz Madagaskars“, Doreen Gericke, Gerhard Hübner, Dieter Rohrbach

Für Doreen und Gerhard jedenfalls ist klar, dass der Baobab zu ihren Lieblingsbäumen in Afrika gehört und Madagaskar definitiv mehr als eine Reise wert ist. Bei ihrem nächsten Besuch auf der Insel planen sie eine Fahrt zur weltberühmten Baobab Allee in der Nähe von Morondava.

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