Baobab Samen keimen lassen: so gehts

Baobab Keimling, ein Tag alt

Baobab Keimling, ein Tag alt

So keimen Baobab Samen – diese Schritte helfen Dir:

  1. Baobab Samen: Bekommt man inzwischen ganz leicht online im Versandhandel. Die Schalen der Samen sind sehr hart und erschweren damit die Keimung. Ritze die Samenschalen leicht ein und lasse sie über Nacht (1 – 2 Nächte) in lauwarmem Wasser aufquellen.
  2. Erde: Als Nährboden nimmst du am besten Kakteenerde und vermischst sie mit Sand – im Verhältnis 2:1. Gartenerde tut es aber auch – das Mischverhältnis ist dasselbe wie bei Kakteenerde.
  3. Topf: Baobabs bilden schon früh Pfahlwurzeln. Damit die Wurzel genug Platz hat, nimm einen Topf, der mindestens 10 cm hoch ist – besser ist ein noch höheres Gefäß. Fülle das Gefäß mit der Erde, lass zum oberen Rand etwa drei Zentimeter Platz.
  4. Aussaat: nimm die aufgequollenen Samen und leg sie auf die Erde. Decke die Samen mit einer zwei Zentimeter dicken Sandschicht ab. Das hilft gegen Staunässe – die mögen Baobabs gar nicht. Außerdem hält es Trauerfliegen ab.
  5. Pflege: Gieß die Samen regelmäßig – so etwa alle zwei bis drei Tage, spätestens jedoch, wenn der Sand angetrocknet aussieht. Die Samen sollten nicht
    austrocknen.
  6. Licht: Baobab Samen brauchen zum Keimen eine Kombination aus viel Wärme, Nährstoffen und ausreichend Wasser. Stelle die Töpfe am besten an einen sonnigen Platz am Fenster, auf den Balkon oder die Terrasse.
  7. Wärme: Die Samen benötigen ein warmes Umfeld – achte darauf, dass die Temperaturen um die 20° liegen. Ich habe gelesen, sie benötigen durchgängig 24° – das kann ich so nicht bestätigen. Meine Baobab Samen haben trotz etwas niedrigerer und schwankender Temperaturen ausgekeimt.
Baobab Samen

Baobab Samen

Für dein Projekt „Baobab“ ist es sehr hilfreich, wenn Du etwas Geduld mitbringst. Es kann einige Zeit dauern, bis die Samen keimen. Von anderen habe ich gehört, dass sie bis zu einem Jahr regelmäßig gegossen haben und die Samen schon fast aufgeben wollten, bis sich der Erfolg doch noch zeigte.

Baobab Samen, einweichen lassen

Baobab Samen, einweichen lassen

Ich hatte dieses Jahr mehr Glück – ein Same brach nach etwa einer Woche schon durch die Sandschicht, der zweite eine weitere Woche später. Nach sechs Wochen keimte der dritte Same.

Baobab Keimling, wenige Stunden alt

Baobab Keimling, wenige Stunden alt

Auch nach dem Austreiben müssen die kleinen Baobabs regelmäßig gegossen werden. Aus dem „Gröbsten“ raus sind sie nach etwa drei Monaten. Obwohl sie in den ersten Wochen sehr schnell wachsen, investieren sie viel Energie in ihre Pfahlwurzeln. Darin speichern sie Wasser und Nährstoffe, die ihnen in Kargen Zeiten das Überleben sichern helfen.

Baobab Keimling, zwei Tage alt

Baobab Keimling, zwei Tage alt

Falls du mehrere Baobab Samen in einem Gefäß ausgepflanzt hast, kannst Du sie nach etwa drei Monaten umtopfen. Baobabs sind „Einzelgänger“ und mögen es nicht besonders, wenn sie zu dicht nebeneinander stehen – auch wenn man in freier „Wildbahn“ hin und wieder Grüppchen von Baobabs sieht.

Baobab Neuzugänge 2016

Baobab Neuzugänge 2016

Noch ein Wort zu den Schädlingen, die vor allem Baobabs draußen betreffen. Da Du die kleinen Setzlinge regelmäßig gießt, kann es sein, dass sich Trauerfliegen (kleine schwarze Fliegen) ansiedeln. Sie mögen es warm und feucht und legen in der Erde ihre Eier ab.

Baobab Neuzugänge 2016

Baobab Neuzugänge 2016

Die Larven der Trauerfliegen gehen unter anderem an die Wurzeln und können diesen Schaden zufügen. Abhilfe schaffst Du mit der oben erwähnten etwa zwei Zentimeter dicken Sandschicht, die Du auf der Erde im Topf verteilst. Läuse und andere Schädlinge spülst Du am besten von den zarten Baobab-Pflanzen ab. Verschiedene weitere Möglichkeiten habe ich hier beschrieben.

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16 Kommentare zu “Baobab Samen keimen lassen: so gehts

  1. Hallihallo! 🙂
    Vor 6 Wochen habe ich 5 Baobab-Samen eingepflanzt, wovon dann 14 Tage später 3 davon gekeimt haben. Die Jungpflanzen haben jetzt alle so um die 4-6 Blättchen (in etwa so gross wie hier auf dem letzten Bild), sind aber plötzlich alle innerhalb von 3 Tagen „erschlafft“. Die Blätter hängen nur noch kraftlos am Stiel… 🙁
    Was könnte wohl dagegen helfen? Müssen auch Keimlinge gedüngt werden? Oder giesse ich sie einfach zu wenig (in der Regel alle 2 Tage…)?

    • Hallo Alex, vielen Dank für Ihre Anfrage. Toll, dass die Samen überhaupt gekeimt haben! Trotzdem klingt es traurig mit den kleinen Baobabs. Ferndiagnose ist etwas schwierig: Ich weiß natürlich nicht, wie Sie die kleinen Bäumchen gepflegt haben, ob sie beispielsweise warm genug gestanden haben und genug oder sogar möglicherweise zu viel Wasser hatten und ob die Erde, in der sie wachsen sollen, sandig genug war…

      Ein paar Fragen zur Klärung helfen vielleicht:
      – Welche Erde haben Sie verwendet zum Einpflanzen für die Samen?
      – Wie sieht denn der Stängel über der Erde aus? Weist er braune, etwas matschige Stellen auf?
      Viele Grüße – Heike Pander

      • Hallo Heike!
        Eingepflanzt habe ich die Samen in torffreie Kakteenerde. Stehen tun sie an einem sonnigen Standort, wo immer mindestens 19°C herrschen.
        Die Stängel sehen eigentlich noch alle frisch aus (einfach schön hellgrün). Einfach die Blätter fallen ein und sind nicht mehr ganz so satt grün wie zu beginn.
        Ich giesse die Bäumchen vielleicht mal 2-3 Tage nicht, und versuche es dann evtl. mit etwas (stark verdünntem) Flüssigdünger.

        Danke für die schnelle Antwort! 🙂
        Grüsse, Alex

        • Hallo Alex,
          ok, probier mal mit dem Finger (in der Erde prüfen, nicht nur die Oberfläche), ob die Erde noch feucht ist, bevor Du die kleinen Pflänzchen 2-3 Tage nicht gießt (wie Du oben schreibst). Austrocknen sollten sie nicht.
          Haben die Baobabs Zugluft abbekommen?
          Flüssigdünger habe ich bei meinen Pflänzchen noch nicht angewendet, wenn ich sie in frische Kakteen-Erde gepflanzt hatte (wenn vorher noch keine anderen Pflanzen drin waren).
          Auf Schädlinge hast Du die kleinen Pflanzen auch untersucht, nehme ich an?
          Grüße, Heike

  2. hallo,
    habe vor 13 Jahren Baobab samen aus Afrika mitgebracht und vor ca. 4 Wochen gepflanzt in ein kl. Gewächshaus. Ich bin ganz stolz, nach so langer Zeit sind sie gekeimt. Ich hoffe nun, dass sie auch weiterhin so gesund wachsen. Ein Samen ist mir in einen normalen Terrassen Kübel gefallen, aber siehe da, der Setzling ist kräftiger.

  3. Hallo,
    Wäre es besser die Samen komplett zu schälen? Ich habe erstmal fünf Samen mit eingeritzter Schale eingepflanzt, nur sind die leider alle matschig geworden. Sie haben es alle geschafft Wurzeln zu bilden, nur oben in der Schale sind Sie vergammelt .
    Für eine Antwort wäre ich dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Katja

    • Hallo Katja,
      ich habe bislang noch nicht versucht, die Samen komplett zu schälen. Ich weiß nicht, ob sie dann verfaulen.

      Mir klingt das Problem mit dem „matschig werden“ eher so, als ob die Keimlinge eine Art Wurzelfäule entwickelt haben, die sich dann zu den Blättern fortsetzt und diese matschig macht. Das ist ein generelles Problem der kleinen Baobabs besonders während der ersten 3 Monate. Hattest Du die Samen mit Sand abgedeckt und für ausreichende Drainage gesorgt, dass sie nicht unmittelbar im Gießwasser liegen?
      Allerdings habe ich bei meinen Baobabs auch beobachtet, wie sie sich schwer taten, mit den Blättern aus der harten Samenschale zu kommen.
      Viele Grüße, Heike

      • Ja mit Sand sind Sie bedeckt und ich hab auch noch mal zusätzlich Sand unter die Kakteen Erde gegeben und ganz unten im Topf eine drainage mit Kies eingefüllt. Es sind auch alle in nicht glasierten Terrakotta Töpfen so das die Nässe auch durch die Töpfe abdampfen kann.

  4. Kurz zum schälen der Samen; würde ich nicht machen dann neigen sie zum faulen; anschleifen, oder anfeilen kein problem aber nicht schälen; habe selber schon mehrere Samen dadurch verloren das ich sie zu nass gehalten habe; momentan habe ich 5 die bereits gekeimt haben, hoffe das ich sie einige zeit am leben halten kann;

  5. Liebe Baobab-Freunde,
    wichtig ist nicht nur richtig (nicht zu viel – auch im Babystadium nicht zu wenig – mit durchlässigem Substrat und möglichst schlanken hohen Tontopf nach der Umsetzphase), sondern auch die Beschaffenheit des Gießwassers:
    1. möglichst Regenwasser
    2. nicht kalt gießen, zumindest Zimmertemperatur (36 Grad mögen sie lieber!)
    3. wenn kein Regenwasser verfügbar, dann bitte auf einen Liter
    Gießwasser einen Tellöffel Essigessenz (27%) geben.
    4. Die Bodenreaktion machts – der ph-Wert spielt in den Kinder-
    tagen eines Affenbrotbaumes die Hauptrolle.
    5. Die Umpflanzerde sollte auch mit der quellbaren Kokosfaser-
    erde angereichert werden und ich würde auch keinen feinen
    Sand nehmen, sondern grobkernigern (mehr als Stecknadel-
    kopf groß. Der feine Sand hält zusammen und ist für die
    Wurzelbelüftung (die so wichtig ist) nicht geeignet. Baobas sind Hungerkünstler, daher der spätere Stamm!
    Zudem aufpassen, dass keine Schimmelpilze in der Erde sind –
    man kann ja auch für solche Schätze im Backrohr Erde auf ca.
    110 Grad erhitzen. Schimmelpilze machen den meisten Baobas den gar aus, weil die Wurzeln diese nicht vertragen.
    Liebe Grüße aus Salzburg
    Harald

  6. Jetzt habe ich noch einige Tipps unverraten gelassen und diese noch: Wenn man Samen (am besten aus der geschlossenen Frucht des Baobas) aus der zerschlagenen Schale holt, dann bitte mit viel Wasser in einem Metallsieb solange spülen bis der Same ohne Fasergewebe frei liegt, ruhig mit sanften Drück im Sieb arbeiten. Dann kommen diese Samen für zwei Stunden in eine Lösung von 100 ml Wasser und 2 Eßlöffel Essigessenz (27%).
    Danach wird gut mit lauwarmen Wasser abgespült und dann nur für ca. 10 – 15 Stunden bei 50 Grad Wassertemperatur in einer alten Thermoskanne eingeweicht. Kein Anritzen, kein Aufschneiden, es sind ja keine hartschaligen Musas (Bananen).
    Danach werden die Samen in Kakteenerde, die im Backrohr keimfrei gemacht wurde in eine Schale gepflanzt, die unten ein Abzugsloch hat und aus Ton ist. Abdecken mit Frischhaltefolie und möglichst unterschiedlichen Temperaturen aussetzen.
    Normale Wohnungstemperatur 20 Grad C. ist ideal, aber der Wechsel (in die Sonne stellen und wieder in die Wohnung geben) macht viel des Keimprozesses aus. Da eine Frischhaltefolie darüber ist, braucht man auch keinen feinen Sand, der sowieso kontraproduktiv ist, weil er beim Gießen in die Erde verschwindet. Wenn sie keimen schneidet man nur eine kleines Loch in die Frischhaltefolie und den Keimling, sollte er die Samenhaut mit haben, oben nochmals mit Frischhaltefolie abdecken, damit er sich aus der Samenaußenhaut, bei Luftfeuchtigkeit selber befreien kann.
    Geht auch händisch, dazu müsste man zu viel wissen.
    Gießen auch mit Regenwasser ist so nicht nötig! Und wenn die Samenhaut abgefallen ist, lässt man ihn ohne Haube.
    Ich bin zwar Botaniker, der in der Wirtschaft tätig ist, aber ich war immer der Meinung, dass die Geheimnisse verraten werden müssen!
    LG
    Harald

    • Hallo Harald Pichlkastner, vielen Dank für Ihre Kommentare und das Lüften Ihrer „Baobab-Geheimnisse“ mit den wertvollen Tipps. Wege, Baobab-Samen keimen zu lassen, gibt es einige und jeder hat seine Berechtigung. Für die Experimentierfreudigen unter den Baobab-Freunden, die selbst Baobabsamen zum Keimen bringen möchten, zählt letztendlich das Ergebnis. Das macht Ihre Vorgehensweise sehr interessant. Viel Freude mit Ihren Baobabs. Viele Grüße, Heike Pander

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