Baobab Dokumentarfilm aus Simbabwe

Baobab in Simbabwe

Baobab in Simbabwe

„Man kann nicht einfach an einem Baobab vorbeigehen, ohne ihn wahrzunehmen“, meint Ralph Stutchbury im Interview. Der Fotograf, Kameramann, Naturschützer und Autor lebt in Harare, Simbabwe.

Lange bevor ich Ralph in seinem Haus treffe, stieß ich auf seine Arbeiten. Während einer Internetrecherche in Namibia fiel mir eine Vorschau zu seinem Baobab Dokumentarfilm in die Hände. Ich war wie elektrisiert und dachte mir damals, ‚diesen Ralph Stutchbury muss ich unbedingt treffen‘.

2014 überraschte mich meine Freundin Rozanne Tunmer aus Harare mit einem besonderen Geschenk: sie schickte mir den bezaubernden Baobab Bildband von Ralph. Wieder war ich begeistert – nicht nur von dem Buch, sondern dass es abgesehen von Wissenschaftlern noch mehr Menschen gibt, die sich intensiv mit Baobabs befassen.

Ralph Stutchbury beim Filmen

Ralph Stutchbury beim Filmen

Ein Jahr später war es dann endlich so weit: mit Rozanne fuhr ich zu Ralph ins Studio. Das lang ersehnte Interview fand statt. Ein weiterer großer Wunsch ging für mich in Erfüllung: ich durfte die fast fertig geschnittene Baobab Dokumentation ansehen – eine exklusive Preview sozusagen.

Zwischen die geografischen, biologischen, ökologischen und historischen Fakten webte Ralph gekonnt kleine Geschichten und Mythen über Baobabs. Das macht den Film abwechslungsreich und spannend. Das „Ökosystem Baobab“ hat er umfassend dargestellt.

Baobabs und Elefanten sind ansteckend

Angesteckt mit seinem Interesse für Baobabs und Elefanten habe ihn Bruder Wayne. Beide wuchsen sehr naturnah „im Busch“ auf erklärte Ralph lachend. Wayne entschied sich früh für eine künstlerische Karriere.

Die Brüder waren oft gemeinsam unterwegs. Während Ralph sich um seine Filmaufnahmen kümmerte, malte Wayne Baobabs und Elefanten. Es überrascht nicht, dass die „Baobab und Elefanten“ Euphorie mit der Zeit auf Ralph überging. Außerdem bekam er anlässlich seines 40. Geburtstags ein Baobab Gemälde vom Bruder geschenkt auf das er sehr stolz ist.

Ralph Stutchbury im Baobab

Ralph Stutchbury im Baobab

Grund genug für Faszination

Für seine bis heute anhaltende Begeisterung hat er eine überzeugende Begründung. Elefanten und Baobabs seien „die größten lebenden Säugetiere und die größten lebenden Bäume auf dem Afrikanischen Kontinent.“ Das, so der Fotograf, wäre Grund genug für seine Faszination.

Aufwändige Recherchen hat er unternommen für seinen Film – er hat mit zahlreichen Baobab Nutzern und Experten gesprochen. „Je mehr man über die Bäume erfährt, umso faszinierender sind sie“, meint er.

Baobabs filmte er in ihrem natürlichen Lebensraum. Dazu wagte er sich an die entlegensten Orte. Zu den „Baobab Hotspots“ im Film zählen Epupa Falls in Namibia, Lekhubu Island sowie Baines Baobabs in Botswana, Mana Pools und Gonarezhou in Simbabwe.

Auf dem Baobab

Auf dem Baobab

Die Zuschauer wollen „Action“

Heutzutage sei es etwas schwieriger geworden, Dokumentarfilme à la David Attenborough bei Fernsehsendern im Programm unterzubringen sagt der Filmemacher und erklärt: „Niemand wird in meinen Filmen getötet und es gibt auch keine schönen Frauen, die ihr strahlendes Lächeln zeigen.“

Die Zuschauer wünschen mehr „Action“: einen Hai, der aus dem Wasser schießt und dabei einen Seehund zerfleischt oder ein Krokodil, das mit spektakulärer Drehung ein Gnu in die Flusstiefen reißt. Mit dieser Art von Sensation kann der friedfertige Baobab nicht mithalten.

An der Qualität seiner Filme liegt es nicht, denn Ralph versteht sein Metier. Nach der Schule absolvierte er eine journalistische Ausbildung und lernte Kameramann. Um im jungen Simbabwe der 1980er Jahre seinen Lebensunterhalt zu verdienen, gründete er seine Firma „Eyes and Ears“. Sein Hauptgeschäft waren damals Werbefilme.

Mit Filmgrößen am Dreh

Aber er kann auch anders: In Victoria Falls drehte er mit Filmgröße Christopher Lee einen Ausschnitt von „Sherlock Holmes“. Für Eric Clapton filmte er ein Musikvideo und stand auch für Paul Simons Film „Graceland“ hinter der Kamera.

Neben seiner Karriere im Film- und Werbebusiness hat er sich einen Namen als Dokumentarfilmer gemacht. Seine Filme wurden von der BBC, dem Discovery Channel und National Geographic ausgestrahlt.

Baobab, Ralph Stutchbury

Baobab, Ralph Stutchbury

Nachschub für den Baobab Bildband

Der Baobab-Fan steckt so tief in der Materie, dass er nebenbei auch den bereits erwähnten Bildband über die Bäume veröffentlicht hat. Seit das Buch auf dem Markt ist, bekommt er unzählige Hinweise zu neuen Baobab-Standorten von seinen Lesern.

Besonders Interessierte möchten erfahren, wo die spektakulären Bäume zu finden sind und fragen ihn nach Ortsangaben. Inzwischen denkt er über ein zweites Baobab Buch nach. Material dafür hätte er genug.

Zum Abschluss unseres Gesprächs zeigt mir Ralph einige Gemälde von Bruder Wayne. Gut, dass dieser ebenfalls in Harare lebt. Auch mit ihm treffe ich mich zum Gespräch.

Mehr Information: Ralph Stutchbury

To share...Share on FacebookPin on PinterestShare on Google+Share on LinkedInTweet about this on Twitter

3 Kommentare zu “Baobab Dokumentarfilm aus Simbabwe

  1. Pingback: Baobab Kunst: Abenteuer Mana - Baobab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*